Lebenshilfe gGmbH

Seit einem Jahr arbeiten neun regionale Unternehmen im Forum Personalentwicklung in einem Verbund zusammen, um sich über das Thema Personalentwicklung auszutauschen sowie fachliche Informationen und Begleitung zu erhalten. Das Angebot kommt von der Forum Dienstleistungsgesellschaft, einer 100- prozentigen Tochter der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim. Jetzt berichten einzelne Teilnehmende von ihren Erfahrungen. Im Folgenden haben wir mit Heike Stegink und Florian Dykhuis, beide Personalverantwortliche bei der Lebenshilfe gGmbH, gesprochen.

„Seit 2020 befindet sich unsere Gesellschaft in der Reorganisation. Daraus ergeben sich umfangreiche Veränderungen und neue Themen im Rahmen des Personalmanagements“, sagt die Bereichsleiterin für Bildung, Digitalisierung und Personalmanagement Heike Stegink. „Aus diesem Grund hatten wir einen großen Bedarf, uns mit anderen Unternehmen auszutauschen und zu schauen, was sie in puncto Personalentwicklung machen. Außerdem wollten wir ein Gefühl dafür bekommen, wo unser Unternehmen steht“, erklärt Stegink die Hintergründe, die zu der Teilnahme des Non-Profit-Unternehmens am Forum Personalentwicklung geführt haben. Einen weiteren ausschlaggebenden Punkt führt Florian Dykhuis, der gemeinsam mit Stegink den Bereich Bildung, Digitalisierung und Personalmanagement leitet, an: „Wir stehen vor den gleichen Herausforderungen wie andere Wirtschaftsunternehmen hier in der Region auch – wir haben mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Die Arbeitskräfte, die wir benötigen, laufen uns leider nicht die Türen ein.“ Deshalb sei allen Unternehmensverantwortlichen klar gewesen: „Wir müssen dieser Entwicklung mit unterschiedlichsten Personalentwicklungsinstrumenten entgegenwirken und uns mit anderen Unternehmen über bereits gemachte Erfahrungen austauschen“, so Dykhuis.

Der Austausch ist Stegink und Dykhuis auch deshalb wichtig, weil: „In der Vergangenheit waren Personalabteilungen vor allem Dienstleister und Administrationen für die Abwicklung von Personalangelegenheiten. Viele Unternehmen haben aber in den letzten Jahren erkannt, dass der Mensch die wichtigste und wertvollste Ressource ist. Deshalb müssen Personalabteilungen heute anders agieren als früher.“ Auch vor diesem Hintergrund sei es für Unternehmen wichtig, sich auszutauschen und zu erfahren, wie Mitarbeitende am besten beraten, qualifiziert und gecoacht werden können.

Die Personalarbeit bei der Lebenshilfe Nordhorn ist umfangreich und komplex: „Inklusive Praktikant:innen und Freiwilligendienstleistenden beschäftigen wir über 800 Angestellte im ganzen Landkreis“, sagt Dykhuis. Das Mitarbeiterportfolio erstrecke sich von IT- und Verwaltungsberufen über klassische Handwerksberufe mit sonderpädagogischen Zusatzqualifikation für die Werkstätten mit Fertigungsbetrieben über Erzieher:innen, Heilerziehungspfleger:innen, Sozialpädagogen:innen und Pflegekräften für die unterschiedlichsten Einrichtungen. Das sind zum Beispiel die Frühförderung, Kindertagesstätten, heilpädagogische Kindertagesstätten, Autismusambulanz, Schulassistenz und Sozialpädagogische Einzelbetreuung. Ebenso gehören Bereiche wie Offene Hilfen, alle Wohnformen und stationäre betreute Pflege sowie Logopäden:innen, Physiotherapeuten:innen und Ergotherapeuten:innen für ein Therapiezentrum dazu. Außerdem betreibe die Lebenshilfe das Kaffeehaus Samocca, das Blumenwerk, ein Hostel sowie ein Bistro und Cateringunternehmen. „Da sind viele verschiedene Qualifizierungsbereiche abzudecken. Auch deshalb müssen wir uns mit dem Thema Personalentwicklung auseinandersetzen“, sagt Dykhuis. Die verschiedenen Unternehmensbereiche seien über die Jahre dazugekommen“, erklärt Stegink, denn: „Menschen mit Handicap sollen in der Arbeitswelt alles machen können, was andere Menschen auch machen.“

Über die Arbeit im Forum Personalentwicklung berichten Stegink und Dykhuis: „Wir haben an verschiedenen Workshops teilgenommen, beispielsweise zum Thema Unternehmenskommunikation. Wir haben aber auch das Beratungsangebot von Melanie Rode, die den Verbund leitet und begleitet, in Anspruch genommen und ein Thema entwickelt, das wir gerne in unserem Unternehmen umsetzen möchten, das HR-Business-Partner-Modell.“ Bei dem Modell gehe es um die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmensführung und Personalverantwortlichen. „Dies bedeutet, dass sich die Verantwortlichen der Personalabteilung regelmäßig mit der Geschäftsführung austauschen und gemeinsam einen Blick auf die Personalentwicklung sowie auf das Personal allgemein haben. Bei dem Modell kommt der Personalplanung eine hohe Bedeutung zu und Weiterbildungen oder Coachings werden entlang der Unternehmensstrategie und -kultur organisiert. Hierzu ist eine enge Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Führungskräften erforderlich“, erklärt Stegink.

Als weiteren Baustein im Forum Personalentwicklung hat die Lebenshilfe an einer Austauschrunde zum Thema Talentmanagement in einem kleineren Kreis teilgenommen. „Das war ein kurzer Erfahrungsaustausch, in dem wir für etwa eine Stunde mit zwei anderen Unternehmen über das Thema gesprochen haben. Es ging im ersten Treffen darum zu erfahren, wie weit andere Unternehmen beim Thema Talentmanagement sind. Nachfolgende Termine wird es noch geben“, sagt Dykhuis.

In Summe sind Stegink und Dykhuis mit ihrer Teilnahme am Forum Personalentwicklung sehr zufrieden: „Wir sind froh, dass wir dabei sind. Wir haben viele Methoden und konkrete Denkanstöße aus den Workshops und Erfahrungsaustauschen mitgenommen. In den Einzelcoachings haben wir wertvollen Input von Melanie Rode für unsere Arbeit erhalten.“

Die Teilnahme am Forum Personalentwicklung ist angelegt als fortlaufender Prozess über mehrere Jahreszyklen. Es können jederzeit neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgenommen werden. Interessierte Unternehmen können sich bei Melanie Rode melden unter: rode(at)forum-dienstleistung.de, Telefon: 05921 7801-50.

Bildunterschrift: Heike Stegink und Florian Dykhuis (Bild oben) haben von ihren Erfahrungen mit dem Forum Personalentwicklung berichtet, das Melanie Rode (Bild unten) von der Forum Dienstleistungsgesellschaft fachlich leitet und begleitet.